StartseiteAKTUELLE INFOSPraxen treiben Kosten an

Seit Anfang Jahr haben über 1400 Aezte eine neue Praxis eröffnet. Jeder von Ihnen kostet die Prämienzahler bis zu einer halben Million Franken. Ein Zulassungsstopp ist dennoch nicht in Sicht.

Mai 2011: Die Gesundheitskommission lehnt es ab, die Zulassungsbeschränkung für Aerzte zu verlängern. Das erlaubt vor allem Fachärzten seit Anfang Jahr eine eigene Praxis zu eröffnen. Die Aezte haben von dieser Möglichkeit regen Gebrauch gemacht. Bis Ende August 2012 haben mehr als 1400 eine Zahlstellenregisternummer erhalten. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Mit dieser Nummer können die Aerzte ihre Leistungen direkt der obligatorischen Krankenversicherung verrechnen. Rund 600 dieser Nummern gingen an Mediziner mit einem Diplom aus dem EU-Raum.

Die Diskussion um den angeblichen Aerztemangel ist mindestens so alt wie die Zulassungsbeschränkung selber. Doch der Bundesrat sieht keine ärztliche Unterversorgung: "Diese Frage kann heute mit einem klaren NEIN beantwortet werden". Selbst das vielzitierte Fehlen von Grundversorgern wie etwa Hausärzten bestätigt der Bericht nicht: "Neuere Untersuchungen zeigen, dass in keiner der 106 von Bundesamt für Statistik definierten Versorgunsregionen der Schweiz ein systematischer Mangel herrscht".

Ausser Oesterreich hat weltweit kein Land eine so hohe Aeztedichte wie die Schweiz. Derzeit praktizieren hier mehr als 32'000 Aerztinnen und Aezte. Seit 2003 gibt es rund 37 Prozent mehr Fachaerzte. Die Bevölkerung hat in dieser Zeit aber nur um 8 Prozent zugenommen.

Besonders stark zugelegt haben Psychiater und Psychotherapeuten (42 Prozent), die plastischen Chirurgen (60 Prozent), Neurologen (53 Prozent) und Kardiologen (50 Prozent).

Der Preis für die höhere Aeztedichte sind steigende Gesundheitskosten. "Iim Gesundheitswesen schafft das Angebot die Nachfrage. Mit der Zahl der Aezte in einer Region steigt auch die Zahl der erbrachten medizinischen Leistungen. In den Städten gibt es massiv mehr Aezte. Die Menschen sind da aber nicht gesünder", sagt Santésuisse-Sprecherin Anne Durrer.