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Herzinfarkt wegen Rheuma-Pillen
Viele Schmerzmittel für Rheumapatienten erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Jetzt sagen Fachleute, welche Pillen am besten sind.

Vor einigen Jahren verschwand das Rheumamittel Vioxx vom Markt, genauso wie andere Medikamente vom Typ Cox-2-Hemmer. Der Grund: ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt.

Jetzt zeigt eine grosse Studie der Uni Bern: Auch andere Rheumamittel können dem Herz schaden und Schlaganfälle auslösen.

Am höchsten ist das Risiko bei ­folgenden Wirkstoffen:
Diclofenac (enthalten in ­Inflamac, Olfen, Voltaren u.?a.)
Etoricoxib (Arcoxia)
Ibuprofen (Brufen, Irfen, ­Grefen u.?a.)

Studienautor Peter Jüni: «Vor allem Patienten, die bereits einen Herz­infarkt oder Schlaganfall hatten, sollten diese Mittel nicht regelmässig nehmen.» Von den sieben untersuchten Wirkstoffen schnitt Naproxen (z.?B. in Aleve und Proxen enthalten) am besten ab.

Rheumaspezialist Thomas Langenegger vom Zuger Kantonsspital sagt: «Ärzte sollten diese Medikamente nur zurückhaltend für längere Zeit verschreiben.» Eine langfristige Einnahme sei nur nötig, wenn sonst nichts gegen die Schmerzen helfe.

Denn es gibt Alternativen: «Reine Schmerzmittel wie Paracetamol haben langfristig weniger Nebenwirkungen als die Rheumamittel.» Zudem empfiehlt der Facharzt in leichteren Fällen pflanzliche Präparate wie Teufelskralle oder Weidenrinden-Extrakt.

Auch Akupunktur könne Schmerzen lindern, sagt Langenegger. Vor allem bei Arthrose sei es auch wichtig, die Muskeln zu stärken, zum Beispiel mit Physiotherapie.