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Chronische Krankheiten - Die fatalen Folgen falscher Ernährung

Die Folge des üppigen Lebens ist in vielen Fällen eine verkürzte Lebenszeit. Chronische Leiden haben die Infektionskrankheiten als führende Todesursache abgelöst. Herz- und Gefäßkrankheiten sowie Krebs führen die Liste an. Für viele Erkrankungen ist die Ernährung verantwortlich.

2030 werden weltweit betrachtet 973 Millionen Menschen 65 Jahre alt oder älter sein. Ein großer Teil von ihnen wird an chronischen Krankheiten leiden, von denen frühere Generationen weitaus seltener betroffen waren. Ein nicht unbeträchtlicher Teil dieser Erkrankungen geht auf die Rechnung falscher Ernährung.

Ungesundes Essen fördert nicht nur das Übergewicht, das verantwortlich ist für zahllose Fälle von Typ-2-Diabetes. Zu fettreiche Kost erhöht auch die Gefahr für Gefäßkrankheiten wie Arteriosklerose, für Herzinfarkte und Schlaganfälle – und für Krebs. All diese Zivilisationskrankheiten könnte eine gesunde Ernährung einschränken, wenn nicht sogar verhindern.

Auf Grundlage dieser Erkenntnis untersuchten Forscher der University of Maryland empirische Daten, die Ernährungsgewohnheiten im Zusammenhang mit der Sterblichkeit beleuchteten. Die Angaben stammten von über 2500 Erwachsenen zwischen 70 und 79 Jahren. Aufgrund der großen Datenmenge war ein guter Überblick über die Ernährungsgewohnheiten einer großen und heterogenen Erwachsenengruppe über zehn Jahre möglich. Dabei entdeckten die Wissenschaftler, dass der regelmäßige Verzehr bestimmter, gesunder Lebensmittel tatsächlich mit einer geringeren Sterblichkeit einhergeht.

Viel Gemüse verlängert das Leben
Die Forscher konzentrierten sich vor allem auf die Häufigkeit, mit der die Studienteilnehmer innerhalb der zehn Jahre 108 verschiedene Lebensmittel verzehrt hatten. Es kristallisierten sich sechs verschiedene Kategorien heraus, in die sie die einzelnen Probanden einordneten:

„Gesunde Lebensmittel” (374 Teilnehmer)
„Fettreiche Milchprodukte” (332 Teilnehmer)
„Fleisch, Gebratenes, Alkohol” (693 Teilnehmer)
„Müsli“ (386 Teilnehmer)
„Verarbeitetes Getreide“ (458 Teilnehmer)
„Süßes und Nachspeisen“ (339 Teilnehmer)

Menschen, die häufig „gesunde Lebensmittel” verzehrten, aßen relativ viele fettarme Milchprodukte sowie Früchte, Vollkorn, Geflügel, Fisch und Gemüse. Fleisch, Gebratenes, Süßes, hochkalorische Getränke und Fett spielten auf ihrem Speiseplan nur eine kleine Rolle.

Die Teilnehmer der Gruppe der „fettreichen Milchprodukte“ aßen viel Käse, Vollmilchprodukte und Joghurt, aber wenig Geflügel und nur selten fettarme Milchprodukte, Reis und Pasta.

Müsli-Esser leben gesünder
In ihrer Auswertung bezogen die Forscher auch Faktoren wie Geschlecht, Alter, Rasse, Gesundheitszustand, Bildungsstatus, sportliche Aktivität, Rauchen und verzehrte Gesamtkalorien mit ein. Wer viele fettreiche Milchprodukte verspeiste, hatte – verglichen mit den Teilnehmern der Gruppe der „gesunden Esser“ – ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko, in den zehn Jahren der Untersuchung zu sterben. Die Gruppe, die Süßes und Desserts besonders mochte, hatte ein um 37 Prozent erhöhtes Risiko, ein Jahrzehnt später bereits tot zu sein. Innerhalb derer, die sich gesund ernährten, die Müsli aßen und die viel Vollkorn- und sonstiges Getreide verzehrten, zeigte sich dagegen hinsichtlich ihrer Lebenserwartung kein großer Unterschied.

Laut Amy Anderson, Hauptautorin der Studie, „legen die Resultate nahe, dass Erwachsene, die sich gemäß aktueller Empfehlungen mit viel Obst und Gemüse, Getreide, fettarmen Milchprodukte, Geflügel und Fisch ernähren, ein geringeres Risiko haben, früh zu sterben.“

Die Studie ist im „Journal of the American Dietetic Association” erschienen.