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Allgemeine Infos

Teufelskralle für Langzeitbehandlung
Neben starken Belastungen der Gelenke fördern auch Bewegungsmangel, Fehlernährung und die genetische Veranlagung rheumatische Erkrankungen. Betroffen davon sind bei Weitem nicht nur die Senioren. Rheuma ist hierzulande mittlerweile die Volkskrankheit Nummer eins und betrifft immer häufiger auch junge Leute.

Kein Wunder gehören entzündungshemmende Schmerzmittel zu den meistverbrauchten Medikamenten. Bei akuten Schmerzen kann es keine Pflanze mit der Chemie aufnehmen. Hier ist schnelle Hilfe angesagt. Für die Langzeitbehandlung oder in der Begleittherapie überzeugen die Heilpflanzen allerdings umso mehr.

Ein wichtiger Vertreter bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose, Arthritis oder Weichteilrheuma ist die Teufelskralle. Die Echte Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) enthält glykosidähnliche Bitterstoffe (Harpagosid) sowie Zimt- und Chlorogensäure. Diese Wirkstoffe haben nachweislich entzündungshemmende, schmerzstillende, entgiftende, harnsäureausscheidende und stoffwechselanregende Eigenschaften. Das Harpagosid macht die Teufelskralle zu einer äussert bitteren Arznei, die neben dem Rheuma auch bei Verdauungsproblemen wie Blähungen oder Völlegefühl Linderung verspricht. Lange Zeit war die Teufelskralle als Heilmittel ein gut behütetes Geheimnis von afrikanischen Medizinmännern.

Schmerzlinderung bei Rheuma
In der Schweiz gibt es über 1,5 Millionen Betroffene, die an rheumatischen Krankheiten leiden – etwa 300000 davon leiden schwer. Eine kausale Heilung ist heute trotz intensiver Forschung immer noch ausgeschlossen. Rheumatiker erhalten individuelle symptomatische Therapien, da sich die Erkrankung sehr unterschiedlich darstellt. Rheumainitiativen empfehlen eine möglichst frühe Therapie, um so die Chance auf ein normales Leben zu erhöhen. Grundsätzlich wird zwischen einer Akuttherapie (schmerzlindernde, entzündungshemmende Medikation) und einer Langzeit- oder Basistherapie (Entzündungsprozesse zum Beispiel mit Immunsuppressiva langfristig stoppen) unterschieden.

In milderen Fällen wird meistens auf nichtsterodiale Antirheumatika (NSAR) gesetzt, die Entzündungen und Schmerzen hemmen. Ihr grosser Nachteil: Sie greifen die Magen-Darm-Schleimhaut an, können die Nieren schädigen und den Blutdruck erhöhen. Eine neue Generation der NSAR, die sogenannten Cox-2-Hemmer, sind zwar magenschonender, dafür erhöhen sie das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko und sind weitgehend wieder vom Markt genommen worden. Auch Acetylsalicylsäure wird in der Rheumatherapie verschrieben. Der isolierte Wirkstoff greift bei langfristiger Anwendung aber ebenfalls die Magenschleimhaut an.

Für Menschen mit leichten bis mittelschweren rheumatischen oder Gelenk-Beschwerden besteht die Möglichkeit, auf Weidenrindenextrakte auszuweichen. So empfiehlt dies beispielsweise die European Scienti?c Cooperative on Phytotherapy. Als Tagesdosis werden 240 Milligramm Salicin pro Tag vorgeschlagen. Sie ist damit höher als die Empfehlung des deutschen Bundesamts für Gesundheit, die bei Extrakten bei maximal 120 Milligramm liegt.

Im Unterschied zu den synthetischen nichtsteroidalen Antirheumatika besitzt der Weidenrindenextrakt ein breiteres Wirkungsspektrum bei geringeren Neben- oder Wechselwirkungen. Es wirkt antientzündlich und hemmt unter anderem das Enzym Cycloxygenase (Cox), das wesentliche Entzündungsprozesse biochemisch unterstützt.


Wenig Nebenwirkungen
Das komplexe Zusammenwirken der unterschiedlichen Wirkstoffe der Weidenrinde ist noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass zum Beispiel Flavonoide, bestimmte Pflanzenfarbstoffe, zur Entzündungshemmung beitragen. Eindeutig ist jedoch, dass im Gegensatz zur synthetischen Acetylsalicyl-säure beim Einsatz von Weidenrinde keine Reizungen der Magenschleimhaut auftreten. Bei gelegentlich vorkommenden Überempfindlichkeiten wie Übelkeit oder Magendruck nimmt man an, dass diese durch Gerbsäure ausgelöst werden. Die Hemmung der Blutgerinnung ist geringer als beim Einsatz von Acetylsalicylsäure, wodurch unerwünschte Blutungen ausbleiben. Allerdings kann es bei Menschen, die schon auf geringe Salicylatmengen reagieren, auch bei den Phytopräparaten auf Weidenbasis zu allergischen Reaktionen kommen.

Die Schmerzlinderung von Weidenrindenpräparaten in der Rheumatologie ist durch verschiedene Studien belegt. So untersuchten Reinhard Saller vom Institut für Naturheilkunde in Zürich und seine Kollegen einen Weidenrindenextrakt kürzlich unter Praxisbedingungen in der Schweiz. An der Studie nahmen 204 Ärzte teil, die den Extrakt an 763 Patienten mit unterschiedlichen rheumatisch bedingten Schmerzen verordneten. Über den Zeitraum von sechs bis acht Wochen wurden Daten über Schmerzintensität, Beeinträchtigung im täglichen Leben oder eine übergreifende Beurteilung von Wirksamkeit und Verträglichkeit erhoben. Zusammenfassend stellte Saller fest, dass der untersuchte Weidenrindenextrakt insgesamt gut verträglich war und keinerlei unerwartete Nebenwirkungen auftraten. Die Lebensqualität verbesserte sich bei 27 Prozent der Patienten. 4 Prozent berichteten von unerwünschten Nebenwirkungen des Verdauungssystems oder der Haut. Laut den Wissenschaftlern besitzt der Extrakt eine moderat schmerzlindernde Wirksamkeit bei Rückenschmerzen, Weichteilrheuma, entzündlichen Gelenkerkrankungen und Arthrose.

Kostengünstig
Sigrun Chrubasik von der Universität Frankfurt und ihre Kollegen führten bereits 1999 eine Vergleichsstudie mit 451 Patienten mit akuten Rückenschmerzen durch. Die Patienten erhielten entweder ein Weidenrindenpräparat in hoher (240 Milligramm) und niedriger Dosierung (120 Milligramm) oder eine konventionelle Therapie mit synthetischen nichtsterodialen Antirheumatika, Nervenblockaden, manueller Therapie und Elektrotherapie. Die Gruppe, die das höher dosierte Weidenpräparat erhalten hatte, zeigte dabei die besten Behandlungsergebnisse. Der Wirkstoff wurde gut vertragen, überdies war diese Behandlungsform wesentlich kostengünstiger als die der Vergleichsgruppe.

Weidenrindenextrakte können auch bei anderen Schmerzformen, etwa bei Kopfschmerzen, Schmerzen nach Operationen oder fieberhaften Erkältungen, helfen. Die schmerzlindernde Wirkung tritt je nach Chronizität der Schmerzen mehr oder weniger schnell ein. Bei akuten Schmerzen kann aber keine sofortige Schmerzfreiheit erzielt werden.